Welche Parkettboden Arten gibt es und wie kannst du sie unterscheiden?

Welche Parkettboden Arten gibt es und wie kannst du sie unterscheiden?

Inhaltsverzeichnis

Erinnerst du dich noch den Unterschied zwischen Holz- und Parkettböden? Da sind wir noch nicht fertig, denn es gibt weitere Parkettboden Arten; dem klassischen Mehrschichtparkett bzw. Fertigparkett und das ursprüngliche Massivparkett.

Massivparkett

Bei Massivparkett handelt es sich um einzelne, durchgehende Holzstäbe, die über keine separate Nutzschicht verfügen. Sie können daher deutlich öfter abgeschliffen und saniert werden als Parkett mit einer vorgegebenen Nutzschicht. Die Stäbe müssen klebend oder genagelt oder verschraubt verlegt werden und werden meistens erst nach dem Verlegen mit Öl oder Lack behandelt. Der Massivparkett-Boden zeichnet sich vorwiegend durch seine Robustheit und Langlebigkeit aus. Ein Nachteil ist die Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit. Durch die natürlichen Eigenschaften von Holz (Holz ‚arbeitet‘) kommt es bei großen Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen zu starken Dimensionsveränderungen der einzelnen Stäbe – mehr noch als bei Mehrschichtparkett und Fertigparkett, oder 2-Schicht- und 3-Schicht-Parkett. Daher eignet sich Massivparkett nur für Räume mit relativ konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Mehrschichtparkett

Um den Einwirkungen von Feuchtigkeit effektiv entgegenzuwirken, wurde das Mehrschichtparkett erfunden. Dabei werden meist zwei, drei oder bei Multiplexplatten- bzw. Sperrholzplattenaufbau noch mehr Holzschichten in die gegensätzliche Faserrichtung verleimt, um damit den Parkettdielen Dimensionsstabilität zu verleihen. Die oberste Schicht ist dann die bekannte Nutz- bzw. Deckschicht und gibt die Holzoptik vor. Sehr beliebt dafür ist Eichenholz. Die zweite Schicht ist dicker und besteht häufig aus Fichte oder Kiefernholz. Hat das Parkett eine dritte Schicht, wird sie in die gleiche Faserrichtung wie die Deckschicht verleimt und besteht für gewöhnlich ebenfalls aus Fichte. Ein kleiner Fun Fact zum Mitnehmen: Wenn die dritte Schicht, auch Gegenzug genannt, und die Nutzschicht aus der gleichen Holzart bestehen, dann nennt man das den Synchronaufbau.

Andere Parkettformate

Abgesehen von den beiden Parkettarten gibt es dann noch verschiedene Parkettformate und die beliebtesten möchten wir kurz vorstellen. Zuerst wird auch hier wieder zwischen zwei Begriffe unterschieden, nämlich Stäbe und Dielen bzw. Staboptik und Dielenoptik. Dielen, wie der Name schon verrät, gehören den Dielenböden an. Sie sind länger und oft auch breiter als die Stäbe von Parkettböden. Im Aufbau gibt es keinen Unterschied zu den Parkettböden und es existieren sowohl Massivholzdielen als auch Mehrschichtdielen. Wir schließen also an dieser Stelle die beliebten Dielenformate mit ein. Los geht’s – von klein zu groß.

Stabparkett

Stabparkett besteht aus dünnen und kurzen Holzstücken, die Stäbe genannt werden – daher kommt der Name Stabparkett. Die einzelnen Stäbe sind meist zwischen 400 – 500 mm lang, 60 – 80 mm breit und haben eine Stärke von ca. 22 mm. Ursprünglich wurden die Bretter mit der klassischen Nut & Feder-System verbunden, wobei ein Nagel schräg durch die Feder in eine Unterkonstruktion aus Holz genagelt wurde. Der Nagel ist dann durch den benachbarten Stab nicht mehr zu sehen. Daher entstand die Bezeichnung Nagelparkett, wenn gleich heutzutage die vollflächige Verklebung zu Befestigung vorgezogen wird.

Lamellenparkett

Lamparkett (Lam = Lamellen) wird auch als Dünnparkett bezeichnet. Die Länge und Breite der Stäbe sind dem Stabparkett ähnlich, jedoch sind sie nur halb so stark (10 – 11 mm). Ein weiterer Unterschied ist, dass Lamparkett kein Nut & Feder-System hat. Die Stäbe müssen geklebt werden. Das sollte allerdings ein Profi machen. Für Do-It-Yourself Projekte gibt es weitaus verlegefreundlichere Parkettformate, zum Beispiel die beliebte Landhausdiele. Ebenfalls sehr populär war in den 60er-Jahren der Mosaikparkett.

Mosaikparkett

Als Mosaikparkett bezeichnet man (meist fünf) parallel aneinandergereihte kurze Stäbe, die durch ein Klebenetz auf der Unterseite verbunden wurden und damit eine größere Verlege Einheit bilden. Die quadratischen Parketteinheiten werden dann jeweils in die entgegengesetzte Stabrichtung verlegt. So entsteht der Eindruck eines Mosaikmusters. Dieses wird nach der vollflächigen Verklebung geschliffen und geölt oder lackiert.

Stäbchenparkett, Mosaikparkett
Mosaikparkett aus kurzen Stäbchen

Hochkantlamellenparkett

Hochkantlamellenparkett besteht aus Stäben, die ursprünglich Restprodukte der Mosaikparkett-Produktion waren. Die Holzlamellen werden dabei aber statt in quadratischen Verlege-Einheiten in eine durchgehende Reihe gebracht. Klebebänder oder Kunststoffnetze halten die einzelnen Stäbe zusammen. In gewerblichen Betrieben erfreut sich dieses Parkett großer Beliebtheit, denn er kann aufgrund seiner Stärke von 22 mm häufig geschliffen werden.  Daher ist der Bodenbelag auch als Industrieparkett bekannt. Dieser Vorteil wird nun immer öfter auch in öffentlichen Gebäuden und privaten Wohnräumen genutzt. Zudem gehört die spezielle Optik momentan zu den trendigsten Verlegemustern. 

industrieparkett, hochkantlamellenparkett

Landhausdielen Parkett

Die Landhausdiele ist das erste Format, das zu den Dielenböden gezählt werden kann. Sie sind für gewöhnlich zwischen 150 – 200 mm breit und zwischen 1000 – 2500 mm lang. Die Variation in der Länge der Dielen hat den Vorteil, dass sie als Kurzdielen auch in kleineren Räumen gut verlegt werden können. Man muss allerdings bedenken, dass bei zunehmender Größe auch die Kontrolle über Farbe und Oberflächenstruktur mehrheitlich wegfällt. Holz wächst unberechenbar, so wie es die Natur vorgibt und das wird besonders bei größeren Parkettformaten deutlich.

Breitdielenparkett

Breitdielen oder XXL-Dielen unterscheiden sich von den Landhausdielen in der Breite und Länge. Sie sind zwischen 250 – 350 mm breit und können bis zu 5000 mm lang, teilweise auch länger sein. Breitdielen sind vor allem für große, offene Räume empfehlenswert.

 

Gutsboden

Gutsboden haben mit Abstand die größten Dimensionen von den bisher vorgestellten Parkett- und Dielenböden. Sie können über 400 mm breit und 17000 mm lang sein. Im Grunde genommen könnte die Länge der Dielen nur durch die Transportmöglichkeiten eingeschränkt werden. Realistisch sind dennoch Dielenlängen von unter ca. 2400 mm, wie sie auch in unserem Onlineshop verfügbar sind. Eine Do-it-Yourself (DIY) – Verlegung ist mit den verfügbaren Längen in unserem Onlineshop sehr einfach selbst möglich. Auch haben alle unsere Gutsböden eine Klickverbindung, was eine Selbstverlegung immens erleichtert.

Somit haben nun wir die wahrscheinlich häufigsten Parkettformate vorgestellt. Selbstverständlich gibt es noch andere Maße und auch individuelle Aufträge sind möglich, aber spezielle Anfragen können viel angenehmer vor Ort bei uns in den Schauräumen besprochen werden.

Einen Eindruck zu den möglichen Verlegemustern kann der nächste Beitrag bieten.

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